Malerei von André Schulze

André Schulzes aktuelle Bilder überzeugen durch die gelungene Verbindung von präziser Malerei und der Lust an feinsinnigen Bildmotiven. In der Nahsicht offenbaren sich humorvolle Details, die in ihrem Zusammenwirken neue, interessante Geschichten erzählen. Der Künstler verzichtet auf die Gestaltung der Hintergründe und verleiht so dem Darstellungsgegenstand zusätzlich einen nahezu emblematischen Charakter – architektonische Artefakte aus dem vergangenen Jahrhundert schweben wie urbane Solitäre vor monochromen Flächen und vermögen exemplarisch die Veränderung unserer Stadtlandschaften und alltäglichen Umgebung ins Bewusstsein zu rufen.
(Text: Galerie Döbele)

 

Interview

Als Bildender Künstler arbeitet André Schulze vorwiegend im Medium der Malerei und entwickelt seine Bilder zum Großteil von selbst aufgenommenen Fotografien. Motive die Ihn interessieren sind meist Orte an denen man ungeachtet vorbei geht, Gebäude die langsam verfallen oder ganz aus der Landschaft verschwinden. Ihn faszinieren industriell geprägte Landschaften, Güterbahnhöfe, Fabriken und funktionale Gebäude, Zitat: „Ich will Architektur in meinen Fokus stellen, die langsam aus der Öffentlichkeit verschwindet oder ein Alleinstellungsmerkmal aufweist.“

Für seine Malerei greift er vorwiegend auf fotografische Vorlagen zurück, die er selbst auf Reisen und seiner näheren Umgebung gesammelt hat. „Mich reizt der Gedanke den Ort malerisch weiter zu denken, zu verändern und mit anderen Eindrücken zu kombinieren.“

Dabei bildet die Fotografie nur die Basis für seine Gemälde. Beginnt er mit der Vorzeichnung auf Leinwand, verändert er meist die Perspektive, fügt hinzu oder entfernt Dinge, beleuchtet und inszeniert seine Bühnen-ähnliche Situation mit dem Fokus auf das Wesentliche. „Mir geht es darum, einen Mikrokosmos zu erschaffen und Geschichten zu erzählen die sich an diesem Ort zugetragen haben könnten. Entscheidend für meine Arbeit ist dabei nicht nur das gesamte Bild, sondern auch die Details, welche Maßgeblich zur Bilderzählung beitragen.“ Dabei kann jedes Detail in seinen Gemälden entscheidende Wendungen im Bild erzeugen und ihm eine neue Richtung geben.

Seine Bilder bestehen aus mehreren Malschichten und einer möglichst realistischen Wiedergabe der Realität. Dadurch arbeitet er zum Teil mehrere Monate kontinuierlich an einem Bild. Als Vorbild dienen ihm dabei oft die Gemälde der Alten Meister wie Canaletto, Hieronymus Bosch oder Caspar David Friedrich.

(Das Interview wurde geführt von André Schulze im Dialog mit André Schulze)

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